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Hafenstreik in Großbritannien setzt Lieferketten erneut unter Druck

Seit Sonntag streiken Angestellte in Großbritanniens größtem Containerhafen. Die Auswirkungen werden womöglich weltweit zu spüren sein. Für acht Tage legen 1.900 Beschäftigte im Hafen Felixstowe ihre Arbeit nieder: Die Gewerkschaftsorganisation Unite hatte zu dem Streik aufgerufen, nachdem Lohnverhandlungen mit dem Arbeitgeber gescheitert waren.

Dritter Warnstreik verschärft Probleme der europäischen Lieferkette

Am 14. und 15. Juli bestreikten tausende Hafenarbeiter in Hamburg, Emden, Bremerhaven und Wilhelmshaven zum dritten Mal die großen deutschen Seehäfen. Die Gewerkschaft ver.di rief zu dem 48-stündigen Warnstreik auf, nachdem die siebte Verhandlungsrunde im Tarifstreit mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ohne Annäherung der beiden Seiten endete.

Weitere Streiks bei Paketdiensten in Nordrhein-Westfalen zu erwarten

In Nordrhein-Westfalen liegen die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden aus der Logistik und der Gewerkschaft Verdi auf Eis. Seit dem 20. August verhandeln die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit dem Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e. V. sowie mit der Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände über Lohn- und Gehaltstarifverträge bei Speditionen, sowie in Logistik- und Kurier-Express-Paket-Unternehmen.

Bahn-Streik setzt Lieferketten zusätzlich unter Druck

Mit ihrer für Samstag ab 17:00 Uhr angekündigten Fortsetzung des Arbeitskampfes im Güterverkehr trifft die Gewerkschaft der Lokführer nicht nur ihren Tarifpartner, die Deutsche Bahn AG, sondern schädigt das System Schiene insgesamt. Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik befürchtet deshalb, dass die zuletzt positiven Entwicklungen im Schienengüterverkehr durch die Streikaktionen zunichte gemacht werden. Das zwischen Speditionen, Industrieverladern und Eisenbahnverkehrsunternehmen über einen langen Zeitraum aufgebaute Vertrauen in Qualität und Zuverlässigkeit der Schiene könnte nachhaltig zerstört werden. Die Verlagerung von Gütern auf die Bahn ist eine wesentliche Säule der Verkehrswende – mit wiederkehrenden Arbeitsniederlegungen werden somit auch Nachhaltigkeitsziele bedroht.